S T E G E M A N N     N A T U R H E I L ­P R A X I S
 

Die Herstellung und Potenzierung

Die Herstellung und Verarbeitung homöopathischer Arzneimittel ist im homöopathischen Arzneibuch (HAB) gesetzlich geregelt. Sie werden von Firmen hergestellt und über die Apotheken vertrieben. Die Herstellung erfolgt je nach Ausgangsmaterial als Essenz, Tinktur, Lösung oder Verreibung.

Oft wird der Vorgang der Potenzierung vereinfacht „verdünnt und verschüttelt“ beschrieben. Die homöopathischen Arzneimittel werden aus pflanzlichen, tierischen und mineralischen Auszügen hergestellt und in verschiedenen Graden verdünnt, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Paradoxerweise wirken die Mittel umso stärker, je verdünnter sie sind.

Bei der Herstellung von flüssigen Potenzen wird ein Teil des Presssaftes der zu verarbeitenden Arznei mit einem Teil Alkohol im Verhältnis 1:1 gemischt. Dies ergibt die so genannte Urtinktur. Es wird nun 1 Tropfen der Urtinktur mit 99 Tropfen Ethanol (Alkohol) 

10mal verschüttelt. Verschütteln bedeutet, dass man mit dem Gefäß mit der Flüssigkeit in der Hand starke Schüttelstösse auf einen harten oder leicht elastischen Gegenstand macht. Bei diesem Schritt entsteht die Potenz C1.

Nimmt man von der C1 wiederum 1 Tropfen und verschüttelt ihn wieder 10mal mit 99 Tropfen Alkohol, entsteht so die Potenz C2.

Wenn man bei der gewünschten Potenz angekommen ist, z.B. einer C30, dann beträufelt oder besprüht man dann die Milchzuckerkügelchen, die so genannten Globulis.

Bei der Herstellung von einer D-Potenz, wird anstelle der 99 Tropfen Alkohol nur 9 Tropfen beigemischt. Es wird also in zehner Schritten gearbeitet und nicht wie bei den C-Potenzen in hunderter Schritten.

D = Decimus

C = Centesimus

Als Ausgangssubstanzen für homöopathische Arzneien dienen vor allem folgende Stoffe:

Pflanzliche Stoffe
Hier werden ganze frische Pflanzen (z.B. Calendula, Pulsatilla, etc.), Teile von Pflanzen wie Blätter, Rinde, Früchte, Blüten und Pflanzendrogen (z.B. Kokkelskörner, Brechnuss, etc.) verwendet.

Tierische Stoffe
Die Absonderungen der spanischen Fliege, Gift der Honigbiene und Tinte des Tintenfisches.

Mineralische Stoffe
Chemische Elemente wie Platin, Schwefel, Phosphor, Austernschalenkalk und Kieselerde.

Nosoden
Dies sind krankhafte Absonderungen oder krankhaftes Material wie z.B. Auswurf der TBC, Sekret der Gonorrhoe und Krebszellen.

Sie haben bei richtiger Anwendung keine Nebenwirkungen, werden aus natürlichen Grundstoffen hergestellt und werden nicht in Tierversuchen getestet.